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Teilhabe an der Energiewende in Thüringen

Potentiale, Hemmnisse sowie Kooperations- und Kommunikationsstrategien zur Erreichung sozio-ökonomisch benachteiligter Bevölkerungsgruppen

Die deutsche Bundesregierung beabsichtigt, Teilhabe an der Energiewende zu unterstützen, wozu Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes zu Energy Sharing beitragen sollen. So verkündet das Bundesumweltministerium: „Dies stärkt die Teilhabe an der Energiewende und den sozialen Zusammenhalt“ (BMUKN 2025). Die Gesetzesänderungen erleichterten es Privatpersonen, lokal erzeugte Energie gemeinsam zu verbrauchen oder mit den Nachbarn zu teilen, zum Beispiel in einem Haus oder innerhalb einer Straße.

Allerdings sind freiwilliges Engagement und Partizipation von sozialer Ungleichheit geprägt, so auch bei Bürgerenergieprojekten, in denen sich vor allem Menschen mit höherer Bildung und höherem Einkommen engagieren. „In Bürgerenergie-Projekten sind […] Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund oder sozial benachteiligte Gruppen stark unterrepräsentiert“ (Radtke 2025, S. 276). Um eine breite Akzeptanz und den besagten sozialen Zusammenhalt zu fördern und das Erfordernis einer gerechten Gesellschaftstransformation anzuerkennen, ist es jedoch entscheidend, dass alle sozialen Gruppen an der Energiewende teilhaben können. Trotz der vielfältigen Veröffentlichungen in Wissenschaft und Praxis zur Förderung von Beteiligung an der Energiewende mangelt es bislang an Analysen und konkreten Strategien zur stärkeren sozialen Teilhabe sozio-ökonomisch benachteiligter Menschen.

Über das Projekt

In diesem Kontext werden in dem von der Thüringer Aufbaubank geförderten Forschungsprojekt „Teilhabe an der Energiewende in Thüringen“ die Potentiale und Hemmnisse einer stärkeren sozialen Teilhabe von sozio-ökonomisch benachteiligten Menschen an der Energiewende in Thüringen am Beispiel des Stromsektors erforscht sowie darauf aufbauend Strategien und Maßnahmen zur Förderung der Teilhabechancen entwickelt.

Dabei orientiert sich das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP) der FH Erfurt zusammen mit der Professur für Sozialwissenschaft der Nachhaltigkeit der FH Erfurt und im engen Austausch mit den Praxispartnern vor allem aus der Sozial- und Wohnungswirtschaft an folgenden Teilzielen des Projekts:

  1. Förderliche und hemmende Rahmenbedingungen der sozialen Teilhabe an der Energiewende werden beleuchtet.
  2. Merkmale der involvierten Akteure in Thüringen bezüglich ihrer Sozialstruktur, Einstellungen und Konsumverhalten werden erfasst und damit einhergehende Ungleichheiten transparent gemacht.
  3. Die Perspektive der Zielgruppe wird durch Fokusgruppen und eine Haushaltsbefragung in den Mittelpunkt gerückt und Teilhabe aus Sicht sozio-ökonomisch Benachteiligter verstanden.
  4. In Zusammenarbeit mit Praxispartnern aus der Sozial- und Wohnungswirtschaft werden Potentiale von Multiplikatoren ausgelotet und Praxistransfer geleistet, vor allem in Form eines Praxis-Leitfadens, um benachteiligte Zielgruppen stärker in die Energiewende in Thüringen einbinden zu können.

Anwendung in der Praxis

Im Projekt tauschen sich die Wissenschaftler:innen der FH Erfurt von Beginn an intensiv mit mehreren Praxispartnern aus der Sozial- und Wohnungswirtschaft aus, um den hohen Anwendungsbezug der erarbeiteten Lösungsansätze zu gewährleisten. 

Die Erkenntnisse aus den vorangehenden Analysen münden in einem Praxis-Guide mit Handlungsempfehlungen für Akteure der Sozial- und Wohnungswirtschaft zu Strategien und Instrumenten, wie sozio-ökonomisch benachteiligte Menschen stärker an der Energiewende teilhaben können. Denkbar sind hier Strategien im Umfeld von Bürgerenergiegenossenschaften und niedrigschwellige Teilhabeformen wie Balkonkraftwerke des Vermieters. 

Die Vernetzung mit den Praxispartnern dient auch des erfolgreichen Transfers der Projektergebnisse in die Sozial- und Wohnungswirtschaft in Thüringen und darüber hinaus. Der Transfer der Projektergebnisse in Wissenschaft und Praxis wird neben Publikationen auch durch eine Online-Fachtagung und Online-Fachgespräche unterstützt.

Wissenschaftlicher Beitrag des Projekts

Mit seinen anwendungsorientierten Handlungsempfehlungen für die Sozial- und Wohnungswirtschaft leistet das Projektteam nicht nur einen Beitrag für erfolgreiche Strategien und Maßnahmen einer stärkeren sozialen Teilhabe sozio-ökonomisch benachteiligter Menschen an der Energiewende, sondern bereichert im Projektverlauf auch den wissenschaftlichen Fachdiskurs zu sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe in der sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft vor dem Hintergrund von Klimaneutralität und Energiesicherheit.

Neben der Veröffentlichung von Fachartikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften wird ein Open-Access-Sammelband zum Projektthema herausgegeben und auf der Online-Fachtagung zum Projektabschluss die Fachöffentlichkeit aus Wissenschaft und Praxis adressiert.

Forschungsmittelgeber: Thüringer Aufbaubank des Freistaates Thüringen

Laufzeit: 02.2026 bis 12.2028

Zentrale Ergebnisse finden Sie hier

Projektleitung

Prof.in Dr.-Ing. Heidi Sinning

sinning@fh-erfurt.de
+49 361 6700-4480
Altonaer Straße 25, Schlüterstraße 1 | 12.1.16 (Altonaer Straße), 103 (Schlüterstraße)
Zum Kontakt

Prof. Dr. Viola Muster

viola.muster@fh-erfurt.de
+49 361 6700-3242
Altonaer Straße 25, Haus 3 | 3.2.06
Zum Kontakt

Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen

Constantin Wazinski
constantin.wazinski@fh-erfurt.de
+49 361 6700 – 4472
Altonaer Straße 25, Haus 12 | 12.1.06
Zum Kontakt

Tine Wemheuer
christine.wemheuer@fh-erfurt.de
+49 361 6700 - 3124
Altonaer Straße 25, Haus 3 | 3.2.01

Gefördert durch den Freistaat Thüringen

  • In Erarbeitung.

  • Noch ausstehend.