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Wohnen in Plattenbausiedlungen 

Wohnqualität bei niedrigen Kosten - Konzepte, Strategien und Handlungsansätze auf dem Prüfstand 

Über das Projekt 

In den vergangenen Jahren hat sich der Wohnungsmarkt in zahlreichen ostdeutschen, aber auch in schrumpfenden westdeutschen Kommunen von einem Anbieter- zu einem Nachfragermarkt gewandelt. Die Wohnungsunternehmen stehen in stärkerer Konkurrenz zueinander; ein stärkerer Wettbewerb um Mieter ist entstanden. Das Wohnen hat sich als Folge zu einem komplexen, zu vermarktenden „Produkt“ entwickelt, welches über die bloße Bereitstellung einer Wohnung hinausgeht und zusätzliche Leistungen und Angebote (z.B. Dienstleistungen, Sozialmanagement) einschließt.

Parallel zu dieser Entwicklung treten, aufgrund aktueller gesellschaftlicher und ökonomischer Veränderungen, vermehrt einkommensschwache Haushalte als Mieter auf, die kostengünstigen Wohnraum nachfragen. Besonders betroffen von dieser veränderten Nachfrage sind die kommunalen Wohnungsunternehmen, die in der Verantwortung stehen, breite Schichten der Stadtbevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen.Neben der Gewinnung neuer Mieter ist die Bindung bisheriger Mieter eine zentrale Aufgabe der Wohnungsunternehmen. Dies gelingt in erster Linie dann, wenn Wohnzufriedenheit herrscht und die Wohnqualität den Bedürfnissen der Bewohner entspricht. Der Plattenbau – mit mehr als zwei Millionen Wohneinheiten in Ostdeutschland – stellt dabei für die Wohnungswirtschaft eine besondere Herausforderung dar, da dieser in den vergangenen Jahren teilweise deutlich an Image verloren hat und tendenziell mit einer niedrigen Wohnqualität assoziiert wird.

WiP

Fördermittelgeber: Drittmittel-Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektträger: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF)

Laufzeit: 08.2010 - 10.2013

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Wohnen in Plattenbausiedlungen

Wohnzufriedenheit steigern

Damit die Wohnungsunternehmen bisherige Mieter:innen binden und neue Mieter:innen gewinnen können, muss die Wohnqualität den Bedürfnissen der Bewohner:innen entsprechen.

Methodik und Ergebnisse 

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich das BMBF geförderte Forschungsprojekt „Wohnen in Plattenbausiedlungen. Wohnqualität bei niedrigen Kosten – Konzepte, Strategien und Handlungsansätze auf dem Prüfstand“ mit den folgenden Aspekten:

  • Wohnbedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen unter den einkommensschwachen Haushalten,

  • Spannungsfelder zwischen Wohnqualität und Kosteneffizienz bei unterschiedlichen Qualitätsanforderungen an das Wohnen (Wohnungsunternehmen – Mieter:innen),

  • Kooperationsformen zur Steigerung der Wohnqualität und zur Reduzierung von Kosten,

  • Entwicklung von Begleitmaßnahmen und Kooperationen für kostengünstiges Wohnen sowie

  • Weiterentwicklung von Wohnqualität in Plattenbausiedlungen.

Ziel des Projektes war die Darstellung von Strategien, mithilfe derer das Wohnen in Plattenbaugebieten an die Bedürfnisse einkommensschwacher Haushalte angepasst und kostengünstiges Wohnen ermöglicht werden kann. Hieraus abgeleitet wurden Handlungsspielräume und -potenziale für die Wohnungswirtschaft identifiziert – in Bezug auf die Themenfelder Wohnung, Wohnumfeld und wohnbegleitende Dienstleistungen. Beispielhaft für Plattenbau-Wohnungsbestände in Erfurt und Chemnitz werden Handlungskonzepte entwickelt.

Publikationen | WiP

  • Brinker, D.; Sinning, H. 2014: Wohnraumversorgung und Wohnqualität einkommensschwacher Haushalte. Herausforderungen, Handlungsmöglichkeiten und Grenzen für Wohnungspolitik und Stadtentwicklung am Beispiel des Sonnenbergs in Chemnitz, in: Raumforschung und Raumordnung, Vol. 72, Issue 1, S. 39-53.
  • Schneider A.; Sinning, H. 2013: Bezahlbarer Wohnraum und Wohnqualität in der Stadt? Strategien für bedarfsorientierte Wohnraumversorgung am Beispiel der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Erfurt, in: RaumPlanung, H. 4, S. 26-31. (Poster im PDF-Format) 

Projektteam 

Projektleitung

Prof.in Dr.-Ing. Heidi Sinning

Dörthe Brinker, M.Sc.

ehem. Wissenschaftliche Mitarbeiterin 

Dipl.-Geogr. Andreas Schneider

ehem. Wissenschaftlicher Mitarbeiter